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Jahreszeitenfeste im Januar
Neujahr und Silvester
Der Januar trägt seinen Namen nach einer römischen Gottheit, dem Janus. Er hat zwei Gesichter, die in verschiedene Richtungen schauen und so das Vergangene durch den Blick nach hinten und das Zukünftige durch den Blick nach vorne symbolisieren.
Silvester ist der letzte Abend des alten Jahres, also der 31. Dezember, der dann in den Neujahrstag übergeht. Das Wort Silvester (auf deutsch „Waldmensch", was vom Lateinischen "silva", der Wald, abgeleitet wird) stammt vom Papst Silvester I., der am 31. Dezember 335 gestorben ist. - In Deutschland beginnt das neue Jahr oft mit einem großen Feuerwerk, das aus alter Tradition böse Geister vertreiben sollte und heute eher die Vorfreude auf das neue Jahr ausdrücken soll.
In Hamburg und auch in einigen Teilen Schleswig-Holsteins hat sich der Brauch des Rummelpottlaufens erhalten. Am frühen Abend des Silvester werden die Kinder geschminkt und verkleiden sich, um nicht erkannt zu werden. In Gruppen ziehen sie von Haus zu Haus mit einem „Rummelpott" und singen die typischen Lieder. Der Rummelpott ist ein Gefäß, das ein polterndes Geräusch verursacht (Poltern heißt auf Niederdeutsch „rummeln"). Das Singen von Liedern durch die Kindern und auch Jugendliche wird von den Anwohnern belohnt durch Süßigkeiten, Äpfel und auch Backwaren. In den Liedern werden gelegentlich die Futtjes oder Förten, also besonderes Backwerk, besungen. Ein Rezept unter vielen ist beispielsweise:
Rezept für Förten zum Rummelpott
250 g Rosinen (sie werden manchmal sogar in 1/8 Liter Rum getränkt!)
1/2 Liter Milch ankochen mit 100 g Zucker
125 g Grieß dazu geben.
Ein Hefeteig wird herstellen aus 500 g Mehl, 1 Paket Hefe, 2 Eier und 1/2 Liter Milch, der mit dem abgekühlten Grießbrei vermengt wird. Die Rosinen werden hinzugefügt. Dieser wird mit dem abgekühlten Grießbrei vermengt; die Rosinen unterheben.
Ein wenig Öl in einer Pfanne erhitzen und den Teig esslöffelweise in die Pfanne geben und backen. Die Förtchen werden gewendet, wenn sie an den Rändern leicht braun, aber oben noch nicht fest sind.
Die bekannten Rummelpott-Lieder wie
Rummel, rummel rusch,
dat Nejahr sitt in Busch,
giff mi'n lütten Äppelkoken
oder 'ne lütte Wuscht...[
nbsp]
oder
Rummel, Rummel, Roken,
giv mi'n Appelkooken,
loot mi nich to lange stohn,
denn ik mutt noch wieder gohn...
finden Sie mit noch anderen Beispielen unter: Rummelpottlieder von kaleidoskopajanis.de
Dreikönig
Das Fest der Heiligen Drei Könige feiern wir am 6. Januar. Früher gingen die Frauen an diesem 6. Januar, dem Tag nach den Raunächten, durch die Häuser und reinigten sie, indem sie sie mit Weihrauch ausräucherten und mit Weihwasser besprengten, um die bösen Geister zu vertreiben oder sie daran zu hindern, überhaupt ins Haus zu kommen. Anschließend schrieben die Frauen mit weißer Kreide die Jahreszahl und die drei Buchstaben K + M + B für die Namen der Könige über die Eingangstür: Kaspar, Melchior und Balthasar.
Der Brauch, dass die von Haus zu Haus ziehenden Sternsinger - ähnlich wie die Rummelrusch-Kinder - von Haus zu Haus ziehen, besteht seit dem 16. Jahrhundert. Hier werden für die drei Könige die Buchstaben C + B + M mitsamt der Jahreszahl an die Türen gemalt.